Waren Blanks früher besser? |
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14.03.2008 10:07 |
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Olaf Karsten
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Dabei seit: 01.02.2008
Beiträge: 1.336
Herkunft: Berlin
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| RE: Waren Blanks früher besser? |
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Sicher war früher alles besser, außer die Blanks.
Top Blanks lassen sich auch heute produzieren. Wir halten Sie doch in den Händen. Harrisons, RX8, GLX und was es so alles gibt. Zum Teil hier, zum Teil in den Staaten, zum Teil in Asien produziert. Auch die Blanks von Evergreen & Co dürften ja zu den Tops gehören. Gehen tut es schon.
Die Qualitätsdefizite mancher Blanks haben eher mit schlechter Produktion zu tun, als mit teurem Rohmaterial. Die Blanks im fernstem Osten verlassen das Werktor doch für ein paar Dollar und werden erst danach teuer.
Grundsätzlich halte ich es bei Topprodukten für ein Problem wenn, die Produktion irgendwohin verschwindet und damit auch das Knowhow. Die Bündelung der meisten Angelmarken bei wenigen globalen Großkonzernen sorgt meines Erachtens für erhebliche Armut - nämlich an Innovationen und echten Verbesserungen. Das halte ich mittelfristig für sehr schwierig. Ich hoffe das die Harrisons und ähnliche durchhalten.
Kurz: ich glaube bessere Blanks kommen eher aus den kleineren Firmen, wo noch Angler mit Herz daran arbeiten. Sobald die Chefs nicht mehr selber angeln und eher dem Bördenanalysten, als den Anglern verpflichtet sind, glaube ich nicht an Top-Produkte. Es ist kein Naturgesetz und ginge auch anders. Ich sehe aber kaum Unternehmen in der Angelindustrie, die mich vom Gegenteil überzeugen.
Beispiel wäre Batson. Das Unternehmen ist übersichtlich aus den USA mit qualitativ guten Blanks in allen Preisegmenten, bis hin zu Top Produkten. Meines Wissens lassen die diese im Osten produzieren, was aber nichts an der Qualität ändert, solange jemand - wie hier die Batson Crew - hinterher ist.
M.E. gibt es die Blligschundproduzenten von Angelgerät im allgemeinen. Das ist für mich die Mehrheit. Es gibt aber auch ambitionierte Anbieter für uns, die keinen Billigkram wollen, egal woher er kommt. Es darf ja gerne preiswert sein, aber eben nicht Müll.
So weit, erstmal.
Wo bleibt der Det??? Der lässt sich doch bei so einem Thema sonst nicht lumpen?
Gruß
Olaf
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14.03.2008 21:21 |
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AngelDet
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Dabei seit: 01.02.2008
Beiträge: 3.148
Herkunft: Region Woodland
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Da isser, schwer verhindert in den letzten Tagen!
Ich denke, man muß da unterscheiden.
Zwischen dem Feeling (Bauchgefühl) und der Technik.
Die Technik wird zweifellos besser, es gibt mehr Möglichkeiten, dichtere Kohlefaser, leichtere , straffere, und schnellere Blanks, es wird sogar günstiger - wenigstens relativ zum sonstigen Preislevel.
Mehrschichtenblanks kompliziertester Art sind heute in den günstigsten Blanks angekommen, alles möglich und noch viel mehr.
Was aber irgendwie untergeht, ist das Feeling.
Früher haben wohl mehr Leute mit dem gefühlsmäßigen Daumen gearbeitet, und ihr Wissen - auch Bauchgefühl - eingebracht in das was gut ist. Das hat irgendwie schon gut gepaßt.
Auch in den Jahren 1993 bis 1997 gab es schon richtig gute High-Tec Kohlefaserruten!
Ich schätze, heute regiert CAD und Computer, Leistungssteigerung und Gewinnausknautschung, da wird herausgeholt was geht. Ob die Stimmigkeit oder "Seele" in der Sache noch stimmt, das geht unter. Und ich habe da auch einige Beispiele, die es heute nicht mehr gibt, selbst Ähnlichkeiten sind selten.
Das ist dann ein negativer Zug der Zeit, zumindest subjektiv werden die Geräte schlechter, weil man schlechter mit klar kommt, oder nur weil man sich dran stört. Positive Ausnahmen selbstverständlich!
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15.03.2008 01:02 |
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fischerblut
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Dabei seit: 17.01.2008
Beiträge: 494
Themenstarter
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| Zitat: |
| Die Qualitätsdefizite mancher Blanks haben eher mit schlechter Produktion zu tun, als mit teurem Rohmaterial |
ich meinte, daß durch die Verteuerung des Rohmaterials, z.B. Kohlefaser einfach eine Qualitätsstufe niedriger verbaut wird um den Preis zu halten (oder den Gewinn zu erhöhen)
| Zitat: |
| Ich schätze, heute regiert CAD und Computer |
für was gibt es dann Testfischer und Experten?
Oder lassen sich die Herren (und ich glaube eine Dame) nur für ihren Namen bezahlen und in den Hochglanzkatalogen abbilden ohne an der Entwicklung der Rute überhaupt beteiligt gewesen zu sein.
Das von Det angesprochene Mißverhältnis zwischen Feeling und Technik beschreibt dieses genau.
Was mich ein wenig wundert ist die Tatsache, daß es einige Rutenserien gibt, die sich bewährt haben und unglaublich gesucht sind.
Warum konnten die Hersteller nicht auf diesen Topserien aufbauen und diese verbessern.
Im Gegenteil: der Qualitätsstandard wurde nicht mal gehalten und minderwertigere Nachfolger mit gleichem Namen ins Rennen geschickt
Der Verbraucher muß sich das gefallen lassen.
Natürlich gibt es einige Entwicklungen, die auch positiv zu sehen sind.
Vor allem im Spinnrutenbereich aus dem japanischen Mark und durchaus auch die VHF-Serie, die Leben in die Bude brachte und weiterentwickelt sicher noch lange im Gespräch sein wird.
Ach ja, AngelDet, gibts was neues aus England?
Im Moment glaube ich triffts der Satz von Olaf am besten:
| Zitat: |
| ich glaube bessere Blanks kommen eher aus den kleineren Firmen, wo noch Angler mit Herz daran arbeiten |
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Wer nichts weiß muß alles glauben
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15.03.2008 09:16 |
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AngelDet
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Dabei seit: 01.02.2008
Beiträge: 3.148
Herkunft: Region Woodland
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| Zitat: |
Original von fischerblut
Das von Det angesprochene Mißverhältnis zwischen Feeling und Technik beschreibt dieses genau.
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Super, dann meinen und reden wir beide wenigstens vom gleichen Empfinden, das ist schon mal sehr gut.
| Zitat: |
Was mich ein wenig wundert ist die Tatsache, daß es einige Rutenserien gibt, die sich bewährt haben und unglaublich gesucht sind.
Warum konnten die Hersteller nicht auf diesen Topserien aufbauen und diese verbessern.
Im Gegenteil: der Qualitätsstandard wurde nicht mal gehalten und minderwertigere Nachfolger mit gleichem Namen ins Rennen geschickt
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Für mich ein schlimmes Beispiel Sportex Kev Spin+Co.
Die ersten Ruten waren richtig gut. Dann kamen billigere unter gleichem Namen oder einen "Turbo" dazu, Remarketing eines anderen alten Namens.
Die Blanks hatten aber mit geringerer Power und höherer Dicke nicht mehr viel mit den alten zu tun. Auch die Bruchanfälligkeit ist weit höher, das Wandungsmaterial erscheint viel zu dünn, wie ich vor einer Woche in der Innereien einer gefetzten "dicken" 3m KevPike sehen konnte.
Beim Nachbohren zu alten Blankdaten viel dann erschreckend auf
, daß die alte 3m KevPike mal in den Dimensionen meiner KevSpin4 (Mod.2000) war. Die neuere hat aber nichts damit gemein, das HT fast 2mal so dick. Da sind 2 ganz verschiedene Blanks gebaut worden, und unter einem Namen vermarktet worden. Auch meine letzter KevSpin4 Blank von Sven Neumann aus der Sportex Resteverwertung vor gut einem Jahr ist anders als der alte KevSpin4 (Mod.2000), zwar nicht so extrem anders, aber eckigere Spitzenaktion und dickerer Durchmesser nach unten, und der Blank ist schwächer.
Wollte ich eigentlich nicht haben, aber der alte ist halt "aus".
Wie die neuen jetzt sind? es gibt auf jeden Fall schwere -150g unter dem Namen KevSpin. Mal sehen, vlt. hat sich auch was gutes entwickelt.
| Zitat: |
Ach ja, AngelDet, gibts was neues aus England?
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Von Harrison nicht konkretes nicht, außer zum Thema passend, daß wir Nutzer halt sowas wie die "Betatestfischer"
sind - und Harrison sich da auch kulant zeigen will.
Von Century (Armalite CPT Spin -90g 10ft) hab ich eine Alternative zu Sportex Kev aufgebaut, die ist leider wirklich reichlich schwer in der Spitze ausgefallen.
Aber mal sehen wie die sich mit einer schweren Rolle macht, und der Unzerstörbarkeit könnte die einen großen Schritt näher sein.
| Zitat: |
| ich glaube bessere Blanks kommen eher aus den kleineren Firmen, wo noch Angler mit Herz daran arbeiten |
Mein Angelkumpel hier hat früher mal eine Zeit sich intensiv mit englischen Blanks beschäftigt + importiert, die Blankbauer auch besucht und mir sowas von Bruce&Walker und den anderen kleinen "Klitschen" berichtet, klein aber fein!
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15.03.2008 14:52 |
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Olaf Karsten
User
Dabei seit: 01.02.2008
Beiträge: 1.336
Herkunft: Berlin
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| Zitat: |
Original von fischerblut
ich meinte, daß durch die Verteuerung des Rohmaterials, z.B. Kohlefaser einfach eine Qualitätsstufe niedriger verbaut wird um den Preis zu halten (oder den Gewinn zu erhöhen)
für was gibt es dann Testfischer und Experten?
Oder lassen sich die Herren (und ich glaube eine Dame) nur für ihren Namen bezahlen und in den Hochglanzkatalogen abbilden ohne an der Entwicklung der Rute überhaupt beteiligt gewesen zu sein.
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Vorsicht vor den Anwälten! Ich sag es mal so. Bei mir im Verein fischen aktive Wettkampfleute die mit den langen Poles (was ich schrecklich finde), die wechseln alle paar Jahre den Sponsor. Dann gibts hunderte Kilo Futter, zum Teil Geräte und Kleidung für lau. Die Antwort nach dem besten Gerät und Futter - ist abhängig vom aktuellen Vertrag. Und selbstredend sind die auch immer an der Entwicklung beteiligt.
Die Frage ist ja immer wie die Beteiligung aussieht. "Baut mir mal ne 3,90 lange semiparabolische Matchrute. Schnell und leicht soll sie sein" Viola, der Profi hat entwickelt.
Der Det trifft es - die Seele fehlt, wie bei vielerlei Produkten heutzutage. Sie werden für den Aktionär und nicht den Kunden gebaut, das merkt man dann.
Hoffen wir, dass die Nische für uns alle gross genug bleibt.
Olaf
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Olaf Karsten: 15.03.2008 16:38.
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15.03.2008 16:37 |
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karpfenkuno
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Beiträge: 450
Herkunft: München
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Hallo zusammen,
hier ist schon vieles zur Blankentwicklung geteilt worden, dass ich teile.
Sicherlich das zur Verfügung stehende Rohmaterial, sprich die Fasern sind besser, d.h. leistungsfähiger geworden.
Dies bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die daraus gebauten Ruten besser geworden sind. Det hat dies schön mit dem verloren gegangenen "Feeling" beschrieben.
Zwei Beispiele, dafür dass vor lauter technologischer Weiterentwicklung die Verbesserung der Ruten als Ganzes z.T. auf der Strecke geblieben ist.
Das erste Beispiel bezieht sich auf den Karpfenrutenbau. Als die Sache mit den Boilies Mitte der 80-iger Jahre losging, war eine 2lb-Rute Standard. Eine 2,5lb-Rute war schon am oberen Ende der Range. Century brachte die Armalites auf den Markt, parabolische Ruten mit ordentlicher Wurfweite mit denen man vernünftig drillen kann.
Heutzutage produziert Century noch immer Karpfenruten. jetzt CAD-designt als Nebenprodukt von Flugzeugbau und Formel1. Ruten wie die FS oder die FMJ haben enormes Weitwurfpotential, zum Fischen machen sie jedoch nur eingeschränkt Spass. Die leichteste Rute hat 2,75 lbs. Für den heimischen Vereinsweiher ist dies immer noch überdimensioniert. Mit Ausnahme der schon etwas angejahrten Harrison Multi Carp kenne ich keine aktuellen 2lbs-Blanks.
Das zweite Beispiel bezieht sich auf das Verschwinden von Glasfaser-Blanks. Klar hat Kohelfaser eine Reihe von Vorteilen bzgl. Schnelligkeit und Leichtigkeit. Andererseits hat Glasfaser in manchen Bereichen durchaus seine Vorteile aufgrund seinem anderen Biegeverhaltens und seiner Robustheit. Aktuelle Glasfaser-Blanks gibt es meines Wissens nicht.
Fürs ufernahe Karpfenfischen verwende ich eine über 20 Jahre alte Hardy Richard Walker Carp No.2, weil ich dafür keinen beseren Blank kenne. Viele Wallerfischer schwören auf die honiggelben Sportex-Blanks.
Generell bin ich der Meinung, dass in vielen Bereichen die Blanks deutlich besser sind, z.B. bei den Fliegenruten. Es gibt auch sehr interessante Spezialruten, die mit früheren Materialen nicht möglich gewesen wären, dazu zähle ich u.a. die VHF. Andererseits hat in manchen BEreichen eine Rückentwicklung stattgefunden, wie die Beispiele zeigen sollen.
Noch ein Wort zu Bruce&Walker als kleinen Tipp für Hexagraph-Fans: Aus eigener Erfahrung, weiß ich, dass die für den Privatmann wirklich noch Blanks auf Bestellung bauen.
Schönen Tag noch
Karpfenkuno
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17.03.2008 12:54 |
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